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13. Tag:  ALBUQUERQUE: Balloon Fiesta, ABQ BioPark, San Carlos Cemetery
Die Albuquerque International Ballon Fiesta ist nicht nur das weltgrößte Heißluftballon-Festival, sondern auch eines der weltweit meist fotografierten Events. 1972 ins Leben gerufen, ist es mittlerweile eine der größten Attraktionen in den USA. Über 1000 Ballons waren im Jahr 2000 registriert. Der stetige Zuwachs und weniger Landeplätze hatten zu Folge das die Startplätze auf 600 Ballons reduziert wurden. Das vielfältige Programm ist verteilt auf neun Tage. Die Mass Ascension (Start aller Ballons) finden nur am Samstag, Sonntag und Mittwoch statt, während die Special Shape Rodeo nur am Donnerstag und Freitag ausgetragen wird.

Mitten in der Nacht klingelt der Wecker. Heute ist Fiesta und zwar Balloon Fiesta. Bereits um 4.00 Uhr bin ich auf dem Balloon Fiesta Gelände. Ich kann mir in aller Ruhe noch einen Parkplatz nahe am Eingang suchen und entgehe so dem nachfolgenden Parkplatz-suchen-Stau. Ich werde mir die Dawn Patrol Show, Morning Glow und Mass Ascension und am frühen Abend die Twilight Twinkle Glow ansehen. Möchte man die Balloon Fiesta am Vor- und am Nachmittag besuchen, benötigt man zwei Tickets – eines für die Morning Session und eines für die Evening Session. Um in dem Gedränge die Objektive nicht wechseln zu müssen, habe ich beide Nikons dabei – bestückt mit dem 14-24 mm und 70-200 mm Objektiv. Das Superweitwinkel eignet sich bestens, um die Ballons formatfüllend fotografieren zu können, das Teleobjektiv für die Closeup-Shots. Das Stativ bleibt im Auto – bei dem Publikumsandrang am ersten Wochenende auch nutzlos.

Die Dawn Patrol fällt bei zu geringen Wind aus und auch die Morning Glow fällt sehr kurz aus. Ich unterhalte mich mit einer Frau aus Albuquerque und Sie erzählt mir, wie sich die Balloon Fiesta mittlerweile verändert hat. Wie der Kommerz nun die Belange der Ballon Fiesta bestimmt. Konnte man früher noch kostenlos auf das Gelände, wird heute für nahezu alles Geld verlangt. Okay, der Toilettenbesuch ist noch kostenlos, aber dafür darf man sich auch ewig anstellen. Nach zwei Stunden sind fast alle Ballons gestartet, und ich verlasse den Balloon Fiesta Park. Ich gehe im Grove Cafe & Market frühstücken. Einfach reingehen und sich einen Platz geben lassen, funktioniert hier nicht. Man darf sich in der langen Warteschlange einreihen, am Counter bestellen und bezahlen. Erst danach bekommt man einen Tisch innen oder außen zugewiesen und das Essen wird danach serviert. Nun gut, nach 25 min Anstehen darf auch ich meine Bestellung aufgeben.

Es gibt den Grove Cafe-Klassiker Croque Madame und dazu einen Farmers Salad. Das Warten hat sich gelohnt... so muss ein herzhaftes Southwest-Breakfast schmecken. Das verdient die Höchstnote – das bisher beste Frühstück. Die Philosophie des Grove Cafe zeigt, warum das Cafe so beliebt ist: „The Grove Café & Market uses local and organic products whenever possible and always the highest quality seasonal ingredients available. Für einen Tex-Mex Snack kann man einen Stop bei El Modelo einlegen – die Imbissbude ist eine kulinarische Institution in Albuquerque. Bevor ich nochmals zur Balloon Fiesta fahre, sehe ich mir den ABQ BioPark an. Der PNM Butterfly Pavillon ist ebenfalls sehenswert. Über dreißig Schmetterlingsarten fliegen umeinander und die großen Red-Spotted Purple benehmen sich besonders auffällig. Sehenswert ist auch der San Carlos Cemetery am Alemeda Blvd. Auf diesem alten Friedhof liegen nur mexikanische Einwohner begraben. Auf einigen Gräbern sind nur Steine aufgehäuft, so wie man es aus der Zeit des Wilden Westen kannte.

Ich bin rechtzeitig zur Evening Session wieder da. Zur Twilight Twinkle Glow werden die Ballons aufgeblasen, bleiben aber auf dem Boden. Die glühenden Ballons sehen dann aus wie riesige ballonförmige Kerzen. Leider fällt diese wegen des zu starken Windes aus und da kann ich mir das Feuerwerk auch gleich sparen. Danach herrscht nämlich wieder das Ich-will-heim-Chaos. Das wichtigste Utensil am Abend... eine Taschenlampe oder GPS. Es ist unmöglich auf dem unbeleuchteten Gelände sein Fahrzeug ohne Hilfsmittel zu finden. Untertags mag man sich noch orientieren können, nachts ist das nahezu unmöglich. Apropos Taschenlampe: der Aufwand in nahezu dunkler Umgebung Objekte an- oder auszuleuchten, ist gar nicht groß. Eine „lichtstarke” Taschenlampe, wie z.B. eine Lupine Betty mit 7-fach LED-Optik und einer Lichtstärke von 4500 Lumen, eignet sich hervorragend dafür. Je nach Objekt verwende ich einen Diffusor um ein weiches Licht zu erzeugen. Tip: ein lichtdurchlässiger Plastikbecher über die Taschenlampe gestülpt, erfüllt den gleichen Zweck... solange die Lampe nicht zu heiß wird.

Die Online-Tickets hätte ich mir im nachhinein sparen können. Wenn man um 4.00 Uhr morgens kommt, wird man nicht kontrolliert und braucht auch keine Parkgebühr bezahlen. Das gleiche Procedere am Nachmittag. Vor 15.00 Uhr eintreffen und man kommt ebenfalls umsonst in den Balloon Fiesta Park. Zum Abendessen gehe ich wieder ins Jennifer James 101. Es gibt Soup, Meat & Burrito. Wie tags zuvor ist das dreigängige Dinner sehr gut. Die Corn Soup sämig ohne den Eigengeschmack zu verdecken. Die Rinderfilet perfekt gebraten und die Kartoffeln außen kross und innen mit Biss. Vergesst alles über French Fries – wenn man diese probiert hat, will man keine andere Fritten mehr. Das Dessert ist lecker, aber leider etwas einfallslos.


Strecke: 32 Meilen +++ Unterkunft: La Quinta Inn & Suites, Albuquerque +++ Wetter: 27°C, sonnig


14. Tag:  ALBUQUERQUE: Balloon Fiesta › PUEBLO ISLETA › BOSQUE DEL APACHE

Heute morgens sehe ich mir nochmals die Ballon Fiesta Mass Ascension an, dieses Mal von der Südseite. Wer sich den Eintritt schenken möchte. Es gibt einige gute Fotospots außerhalb des Parkgeländes, u.a. an der Corrales Rd – Pan American Frontage Road zwischen Paseo del Norte/Alameda Blvd – North Channel Trail am Alameda Blvd. Abhängig von der Windrichtung gibt es aber keine Garantie das die Ballons so nahe wie möglich an einem vorbeifliegen. Leider verzögert sich der Start aufgrund starken Windes um eine Stunde. Als die Ballons endlich loslegen dürfen und ein Großteil aufgeblasen sind, ist es auch schon wieder vorbei. Der Wind frischt wieder auf und die Mass Ascension wird endgültig abgebrochen. Ich gehe anschließend wieder im Grove Cafe & Market frühstücken. Es gibt FRIED EGG SAMMY – Housemade Collard Green Kimichi, N'Duja Aioli, Heirloom Lettuce, Housemade Hot Sauce & Two Overeasy Eggs on Toasted Brioche. Einfach exquisit. Ich nehme mir noch ein Tuna Sandwich mit und fahre dann nach Socorro.

Unterwegs besuche ich Isleta Pueblo (spanisch = kleine Insel). Die Kirche St. Augustine ist wunderschön und ich platze mitten hinhein in den sonntäglichen Gottesdienst. Leider ist im Isleta Pueblo, wie in den meisten anderen New Mexico Pueblos fotografieren strengstens verboten. Hinweis: Acoma Pueblo, Nambé Pueblo, Ohkay Owingeh Pueblo, San Ildefonso Pueblo und Taos Pueblo erlauben fotografieren gegen Gebühr. Socorro ist die nahegelegenste Stadt zum übernachten, wenn man das Bosque del Apache National Wildlife Refuge besuchen möchte. Südlich von Albuquerque beginnt auch die kulinarische Wüste. Neben den üblichen Fast Food-Schuppen sind „gute” Restaurants quasi nicht mehr vorhanden, aber ich werde die kommenden drei Tage auch ohne kulinarische Leckereien überleben.

Achtzehn Meilen südlich von Soccorro liegt das Bosque del Apache National Wildlife Refuge. Anfang Dezember bis Mitte Februar ist die optimale Zeit um die unzähligen Vogelarten beim Überwintern zu beobachten, darunter Zehntausende von Sandhill Cranes, Dabbler Ducks und Artic Snow Geese. Der Rio Grande ist auch die einzige bedeutende Wasserquelle in der Chihuahua-Wüste im Süden von New Mexico. Neben zahlreichen Vögeln und anderen Wildtieren, ist das Refuge auch unvergesslich für die kontrastreiche Landschaft. Marschland, Sümpfe, Wasserkanäle, Wälder, Hügel und Kakteen prägen das Naturschutzgebiet.

Ich informiere mich im Visitor Center, wo bisher die meisten Vögel gesichtet wurden. Einen Tag zuvor haben ca. 120 Pelikane übernachtet, bevor sie am nächsten Tag in südliche Richtung weitergezogen sind. Leider habe ich kein Glück. Außer vier Kraniche, drei Pelikane und noch anderes Kleingefieder bekomme ich nichts vor die Linse. Der Sonnenuntergang ist traumhaft und taucht die Sümpfe in rötliches Licht. Ich habe an alles gedacht, nur nicht ans Moskitospray. So kommt es wie es kommen muss und die Moskitos finden ein leichtes Ziel. Mein 70-200 mm ist selbst mit Telekonverter (140-400 mm) für Vogelfotografie suboptimal. Ein 500er oder 600er Teleobjektiv wäre ideal, aber da Tierfotografie nicht mein Interesse weckt, muss ich meinen Objektivpark auch nicht erweitern. Meine „frei Hand” Kameraeinstellungen an der Nikon D4: Kontinuierlicher Autofokus und Fokusierung über die AF-On Taste, Zeitautomatik (F4 bis F8), Belichtungszeiten zwischen 1/1000 und 1/2000s, ISO-Automatik und Spotmessung. Zurück in Socorro gehe in die Bodega Burger Co. & Lounge. Meine anfänglichen Befürchtungen bezüglich des Essens sind grundlos – der Southwest-Burger ist sogar schmackhaft. Da habe ich schon weitaus schlechtere Burger vorgesetzt bekommen.


Strecke: 134 Meilen +++ Unterkunft: Super 8, Socorro +++ Wetter: 29°C, sonnig


15. Tag:   SOCORRO › ALAMOGORDO › WHITE SANDS NATIONAL MONUMENT
Das geplante Fotoshooting zu Sonnenaufgang im Bosque del Apache lasse ich ausfallen und ich kann endlich mal ausschlafen. Socorro hat außer der fotogenen San Miguel Mission nicht viel zu bieten und nach dem Frühstück mache mich auch gleich auf die Weiterfahrt in den Süden New Mexicos. Heute soll es richtig warm werden – Temperaturen um die 30°C sind vorhergesagt. Bei Ankunft in Alamogordo checke im Fairfield Inn & Suites by Marriott ein. Ich bin sehr überrascht, so ein komfortables Hotel (eröffnet 2011) hätte ich nicht erwartet. Das Hotelzimmer ist zweigeteilt und besteht aus einem Wohnraum mit integrierter Wohnküche und einem Schlafzimmer. Ein großes Bad und zwei 44" große Fernseher runden das positive Bild ab. Ebenfalls angenehm ist der hell beleuchtete Parkplatz. Vom Preis/Leistungsverhältnis das bisher beste Hotel. Die Moskitos haben mittlerweile an beiden Oberarmen ihre Spuren hinterlassen, da hilft jetzt nur noch ein Besuch in der Apotheke.

Der Gips (dihydriertes Kalziumsulfat) ist ein Mineral, das weit oben in den San Andres und den Sacramento Mountains vorkommt. Durch die Hebung der Berge wurde er im Laufe der Zeit durch Schnee und Regen aus den Felsen gelöst. Anschließend gelangte er in das Tularosa Basin und wurde dort sukzessive als Sediment abgelagert. Dieses würde von Flüssen normalerweise in das Meer getragen werden, doch da es im Tularosa Basin keinen Abfluss gibt, sind der Gips und andere gelöste Sedimente innerhalb des Tals gefangen. Nachdem das Wasser aus dem Sediment verdunstete, kristallisierte der Gips aus. Die Kristalle zerbrachen wiederum zu Körnern, die durch den Wind zu riesigen weißen, staubigen Dünen aufgetürmt wurden.  Quelle: wikipedia

Das White Sands National Monument liegt am nördlichen Ende der Chihuahua Wüste, 13 Meilen westlich von Alamogordo. Hier im Tularosa Basin ist eines der schönsten Naturwunder auf dieser Erde zu sehen – das weltweit größte Dünenfeld aus Gipssand. White Sands gliedert sich entlang des Dunes Drive grob in drei Teile. Der erste Teil besteht aus vielfältiger Vegetation (Sand Verbena, Woolly Paperflower, Soaptree Yucca etc), im zweiten Teil findet man ausschließlich die Yuccas und der dritte Teil besteht fast nur noch aus Dünen. Im Westen sieht man die San Andres Mountains im Osten Alamogordo und die Sacramento Mountains. Am Ende des 8 Meilen langen Dunes Drive liegt der Alkali Flat Trail. Der Trail führt durch die Heart of the Sands, über Dünen und endet am Rand des Alkali Flat. Das Alkali Flat ist der ausgetrockneten Lake Otero. Während der letzten Eiszeit war das Tularosa Basin vom Lake Otero gefüllt.

Die Schönheit des White Sands National Monument (Video-Clip) erschließt sich nicht, wenn man nur entlang des Dunes Drive für ein paar Fotos anhält. Hier gibt es keine Viewpoints und Foto-Scouting ist erforderlich, wenn man sehenswerte Bilder machen möchte. Einige Hundert Meter die Dünen hinein und schon fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Ich tue mich schwer interessante Perspektiven zu finden, die nicht von Fußspuren gezeichnet sind. Vom Backcountry Trailhead laufe ich einige Meilen in die Dünenfelder hinein. Da nur die oberste Schicht aus losem Sand besteht, ist es leicht auf den Gipsdünen zu wandern. Fototip: einen Objektivwechsel sollte man im geschlossenem Fahrzeug vornehmen. Der Sand ist so unglaublich fein, dass selbst bei einem Tag ohne Wind der Sensor schutzlos dem Sand ausgesetzt ist, wenn man den Wechsel ungeschützt vornimmt.

Die beste Zeit zum fotografieren ist zu Sonnenuntergang oder bei Vollmond. Vor Sonnenaufgang hat den Vorteil das die Fußspuren größtenteils verweht sind, aber dafür ist das Zeitfenster wesentlich kleiner als am späten Nachmittag bis Sonnenuntergang. Am frühen Abend bekommt man auch die Darkling Beetles zu Gesicht. Unzählige dieser Käfer krabbeln die Dünen entlang. Man kann gar nicht glauben das die auffälligen Spuren im Sand von diesen kleinen Käfern stammen. Ein GPS-Gerät ist hilfreich, wenn man abseits der Trailheads in die Dünenfelder hinein wandern möchte – da es wenige Fixpunkte gibt an denen man sich orientieren könnte, verliert man bei angehender Dunkelheit sehr schnell die Orientierung. Kurz nach 19.00 Uhr geht die Sonne unter. Auch wenn erst in zwei Tagen der Vollmond am Himmel erscheint, ist es ein schönes Fotomotiv. Es ist bereits dunkel als ich zum Wagen zurückkehre und zurück nach Alamogordo fahre.


Strecke: 177 Meilen +++ Unterkunft: Fairfield Inn & Suites by Marriott, Alamogordo +++ Wetter: 31°C, heiter