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16. Tag:  WHITE SANDS NM › BILLY THE KID SCENIC BYWAY: Ruidoso, Alto, Capitan › MORIARTY

Das fotografieren im White Sands National Monument vor Sonnenaufgang ist mit Hindernissen verbunden. Das White Sands National Monument teilt seine Grenzen mit dem US-Militär in der Holloman Air Force Base und White Sands Missile Range. Deswegen gibt es restrektive Öffnungszeiten im Park. Das White Sands NM öffnet im Herbst um 7.00 Uhr und Fahrzeuge müssen den Park spätestens eine Stunde nach Sonnenuntergang verlassen. Wenn man vor Sonnenaufgang fotografieren möchte, gibt es zwei Optionen. Die erste Option ist Camping. Die zehn Camping Sites (Car- oder RV-Camping ist verboten) kann man nicht im voraus reservieren und werden nur auf first-come, first-served-Basis vergeben. Die zweite Option: ein kostenpflichtiges Early Entry-Permit beantragen und das nicht billig. Will man zwei Stunden vorher Zugang haben, dann kostet der Spaß $100. Da sich diese Permit-Prozedur (NPS-Link) auch noch bürokratisch gestaltet, sollte man doch lieber das Zelten in Erwägung ziehen, was mit $3 auch die weitaus günstigere Alternative ist. Glücklicherweise fallen die Öffnungszeiten im Spätherbst mit dem Sonnenaufgang zusammen. Ein grandioser Sonnenaufgang über die Sacramento Mountains begleitet mich auf der Fahrt zum Alkali Flat Trailhead am Ende des Dunes Drive. Bei angenehm kühlen Temperaturen macht es auch Spaß kreuz und quer durch die Dünen zu laufen. Nach einer 5-Meilen-Wanderung durch die Dünen bin ich wieder am Parkplatz.

170 Meilen südöstlich von Alamogordo liegt Carlsbad Caverns National Park, weltberühmt für seine wunderschönen Tropfsteinhöhlen. In dem Nationalpark liegt auch die Lechugilla Cave, mit 489 m das tiefste Höhlensystem in den Vereinigten Staaten, das aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Ein Besuch des Carlsbad Caverns National Park wäre interessant, würde aber auf der Rückfahrt nach Albuquerque einen zusätzlichen Umweg von 250 Meilen bedeuten. Man kann eben nicht alles sehen und muss Prioritäten setzen. Am südlichsten Punkt meiner Reise steht heute die längste Fahrtetappe an... über 260 Meilen bis nach Moriarty.

Mittags verlasse ich Alamogordo und es geht wieder nordwärts. Ich fahre über Ruidoso, Hondo, Lincoln bis nach Capitan, die östliche Route des Billy the Kid Scenic Byway. Geschichtliche Berühmtheit erlangte das Lincoln County durch den Lincoln County-Rinderkrieg – eine Auseinandersetzung zwischen wohlhabenden Rinderzüchtern und Geschäftsleuten in Lincoln. Daran beteiligt war auch die Western-Legende William Henry McCarty, besser bekannt auch unter dem Namen Billy the Kid. Die Lincoln Historic Site beherbergt zwölf historische Gebäude. Das bekannteste Gebäude ist das Lincoln County Courthouse, wo Billy the Kid bei seiner letzten Flucht zwei Deputies erschoss. Besuchen sollte man unbedingt Annie’s Little Sure Shot in Lincoln. Der Double Shot Latte ist hervorragend und die hausgemachte Limonade ein Traum. So eine Leckerei erwartet man nicht unbedingt in diesem kleinen Nest.

Die letzten Meilen bis zum Tagesziel Moriarty ziehen sich endlos hin und wollen nicht enden. Da denkt man doch willkürlich an den Song „I can’t drive 55. Nach der bisher längsten Autofahrt bin ich froh, als ich endlich das Ortsschild von Moriarty sehe. Moriarty passt zur vorangegangen öden Strecke – ein trostloser Ort, auch wenn hier die berühmte Route 66 hindurch führt. Ich suche mir eine Unterkunft für die heutige Nacht. Wenn ich schon auf der Route 66 bin, dann soll es auch ein Motel sein, wie aus jener Zeit. Ich steige im Sunset Motel ab. Man parkt direkt vor der Zimmertür und muss auch keine Treppen steigen. Die Einrichtung ist 70’s-Style und ruhig trotz direkter Lage an der Route 66.


Strecke: 268 Meilen +++ Unterkunft: Sunset Motel Moriarty, Moriarty +++ Wetter: 27°C, leicht bis stark bewölkt


17. Tag:  MORIARTY: Lewis Antique Auto and Toy Museum › TINKERTOWN MUSEUM › TURQUOISE TRAIL › EAVES MOVIE RANCH › SANTA FE: Loretto Chapel, San Miguel Mission

Ich sehe mir das Lewis Antique Auto and Toy Museum in Moriarty an. Hier findet man keine aufpolierten Oldtimer, sondern besucht einen Autofriedhof. Ein Traum für Autoliebhaber und Fotografen. Inhaber Archie Lewis ist ein Original und es ist eine Freude sich mit ihm zu unterhalten. Sehenswert soll das Route 66 Auto Museum in Santa Rosa sein, aber der Ort, achtzig Meilen östlich von Moriarty, liegt leider nicht auf meiner Route. Von Moriarty geht es auf dem Turquoise Trail nach Santa Fe. Diese Region ist bekannt für seine reichhaltigen Türkis-Ablagerungen, daher auch der Name Turquoise. Zweiundfünzig Meilen führt der Scenic Byway östlich von Albuquerque bis nach Santa Fe. Eine Fahrt über sanfte Hügel mit Blick auf die Sandia Mountains und durch historische Bergbaustädte. Der Trail beginnt im Süden in Tijeras und dem Cibola National Forest, weiter nordwärts durch Cedar Crest, Sandia Park, Edgewood, Golden, Madrid, Cerrillos bis zum Ende in der San Marcos/Lone Butte Area.

Der erste Stop ist im Tinkertown Museum. Ross Ward begann 1962 mit seinem Hobby basteln und schnitzen. Über 50.000 Glasflaschen sind in die Mauern eingearbeitet. Am besten gefällt mir der Wilde Westen in Miniaturformat. Die Fahrt führt weiter nach Madrid. Man hat mich vor Madrid gewarnt, aber das es so schlimm kommen würde, hätte ich nicht gedacht. Der Ort mit seinen bunten Häusern ist die reinste Touristenfalle. Busladungen an Touristen werden hier abgeladen um ihr Geld in den Shops, Galerien oder Restaurants los zu werden. Ich mache einige Fotos und schaue das ich so schnell wie möglich von hier wegkomme. Mit Ausnahme des Besuch im Tinkertown Museum hätte ich mit den Turquoise Trail Scenic Byway eigentlich sparen können.

Am Ende des Turquoise Trail bzw. 16 Meilen südlich von Santa Fe liegt die J.W. Eaves Movie Ranch, Drehort von über 250 Filme und TV-Produktionen, u.a. von Blaze of Glory, Chisum, Easy Rider, Lonesome Dove, Silverado, Wyatt Earp. Die Liste der Schauspieler, die schon auf der Ranch gearbeitet haben, ist praktisch Hollywoods Who’s Who: John Wayne, Clint Eastwood, Kirk Douglas, Shirley Jones, Robert Duvall, Tommy Lee Jones, Kevin Costner, Danny Glover, Angelica Huston, Robert Redford, Gene Hackman. Im Tune-Up Cafe, einem New Mexican Home Cooking Restaurant, lege ich die Mittagspause ein. Es gibt ein Banana Leaf Wrapped Tamales – es schmeckt lecker und macht satt.

Am frühem Nachmittag komme ich im Four Seasons Resort Rancho Encantado Santa Fe an, die Bleibe für die nächsten drei Tage. Das im Juli 2012 eröffnete Luxusresort liegt in traumhafter Lage 8 Meilen nördlich von Santa Fe. Die 65 Zimmer und Suiten sind in kleinen Häusern mit Blick auf die Sangre de Cristo Mountains verteilt. Die Patio Casita (58 m²) mit Kiva Kamin, großem Bad mit Badewanne/begehbare Dusche und Terrasse ebenfalls mit Kamin ist überaus komfortabel eingerichtet. Ein Fine Dining-Restaurant, Luxus-Spa und Fitness-Center gehören zu den weiteren Annehmlichkeiten. Der Four Seasons Mercedes-Shuttle bringt Hotelgäste nach Santa Fe und holt sie auch dort wieder ab, oder man leiht sich für eine Tagestour kostenlos (!) eines der drei offenen Mercedes-Cabrios aus.

Ich sehe mir anschließend Old Santa Fe an. Natürlich ist es das touristische Zentrum in Santa Fe, aber bei weitem herrschen hier nicht so schlimme Ausmaße wie in Albuquerque. Mir gefällt die Pueblo-Architektur und da gibt es einige sehenswerte Gebäude in Old Santa Fe. Palace of the Governors aus dem frühen 17. Jahrhundert, Oldest House, San Miguel Mission und noch einige andere. Die Loretta Chapel gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Santa Fe. Äußerlich ist die ehemalige römisch-katholische Kirche kein Schmuckstück im Vergleich zur St. Francis Cathedral oder San Miguel Church. Ein Schmuckstück dagegen ist der Innenraum mit der wunderschönen Wendeltreppe. Die Loretta Chapel ist heute ein Privatmuseum und Wedding Chapel. Direkt daneben liegt The Inn and Spa at Loretto. Zur „Blauen Stunde und dazu noch Vollmond ist das 1975 im Adobe-Stil erbaute Hotel ein schönes Fotomotiv

Zurück im Four Seasons angekommen, gehe ich im Terra zu Abendessen. Das mehrfach prämierte Hotelrestaurant ist wunderschön eingerichtet und offeriert Tex-Mex Cuisine mit regionalen Einflüssen. Ich bestelle Salat, Steak und Kuchen. Das dreigängige Dinner ist hervorragend und der vollmundige Pinot Noir aus Santa Barbara ebenso. Die letzte Abendstunde verbringe ich auf der Terrasse. Das Kaminfeuer knistert, die Grillen zirpen und ab und zu hört man die Kojoten heulen.


Strecke: 79 Meilen +++ Unterkunft: Four Seasons Resort Rancho Encantado, Santa Fe +++ Wetter: 22°C, stark bewölkt


18. Tag:   SAN ILDEFONSO PUEBLO › SANTA FE: Museum of Indian Arts & Culture, Canyon Road,
New Mexico Museum of Art

Eine der kulturell interessantesten Sehenswürdigkeiten sind die New Mexico Pueblos. Neunzehn Pueblos und drei Reservate sind über Nord-, Zentral-, Mittel- und Nordwesten New Mexicos verstreut. Jedes Pueblo ist einzigartig, mit seinen eigenen Bräuchen und vielfältigen Kunstsammlungen. Unter den Pueblos sind Acoma, Hopi, Taos und Zuni die bekanntesten Stämme. 18 Meilen nordwestlich vom Four Seasons Resort Rancho Encantado Santa Fe liegt das San Ildefonso Pueblo – in der Sprache der Pueblos: Po-woh-ge-oweenge oder „Where the water cuts through. Der Ort ist berühmt für die schwarz-auf-schwarz-Keramiken von Maria Martinez (1887-1980). Seitdem frühen 19. Jahrhundert wird hier kunstvolle Keramik von den Native Americans hergestellt. Der Zutritt im Pueblo ist stark eingeengt und preiswert ist der Besuch auch nicht. Pro Person und Kamera sind $20 zu entrichten.

Museum Hill hat für kulturbeflissene Besucher einige sehenswerte Museen zu bieten. Museum of Indian Arts & Culture, Wheelwright Museum of the American Indian, Museum of Spanish Colonial Art und Museum of International Folk Art sind die wichtigsten Museen auf dem Gelände. Ich besuche das Museum of Indian Arts & Culture. Ich bin sehr angetan von den Exponaten, sei es die kunstvolle Töpferei, Schmuck oder Fotografien. Leider ist in dem Museum das fotografieren verboten. Am Nachmittag sehe ich mir die Canyon Road an. Die Canyon Road mit über hundert Galerien und Ateliers ist der Kunstbezirk von Santa Fe. Ausgestellt werden indianische Kunst und Antiquitäten, traditionelle und moderne spanische Kunst sowie zeitgenössischen Kunst. Die eine oder andere Galerie finde ich interessant, die meisten entsprechen aber nicht meinem Geschmack. Nach dem Besuch im Museum of Indian Arts & Culture in Albuquerque ist das New Mexico Museum of Art eher eine Enttäuschung.

Das Four Seasons-Shuttle bringt mich und weitere Hotelgäste zum Restaurant Geronimo. Der Name hat nichts mit dem berühmten Indianerhäuptling Geronimo zu tun, sondern geht auf Geronimo Lopez zurück. Das Restaurant befindet sich im Historic Borrega House, welches jener Geronimo Lopez 1756 erbaut hat. Der Speiseraum ist in warmen Farben und sehr edel eingerichtet. An der Bar geht es sehr beengt zu – ein oder zwei Tische weniger wäre angebracht. Chef de Cuisine Sllin Cruz verschmilzt verschiedene kulinarische Einflüsse aus dem Südwesten, Asien und dem Mittelmeerraum zu einem stimmigen Gesamtkonzept. Leider macht an diesem Abend die Kamera schlapp, von daher gibt es nur Text vom viergängigen Menü.

Appetizer: LOBSTER RAGOUT – Maine Lobster Meat, Lobster Mushrooms, Diver Scallop & Lobster Quenelles Crustacean Tomato Fond & Saffron Rigatoni. Hauptgang: OVEN ROASTED GAME HEN – Rubbed with Spring Garlic, Lemon, Honey, & Thyme Creamy Citrus Black Truffle Risotto & Glace de Viande. Dessert: CARAMELIZED BANANA CREAM PIE – Ginger Cream & Milk Chocolate und HOUSE MADE ICE CREAM & SORBET TRIO – Honey Lavender, Beurre Noisette, Pomegranate & Lime. Das Geronimo soll das beste Restaurant in Santa Fe sein, wenn nicht gar in New Mexico. Meine im Vorfeld hohen Erwartungen erfüllt das Geronimo nicht ganz. Beim Hauptgang ertränkt die Soße das Risotto – weniger wäre mehr gewesen. Die beiden Desserts von Pastry Chef Rebecca Freeman sind dagegen erste Sahne.


Strecke: 36 Meilen +++ Unterkunft: Four Seasons Resort Rancho Encantado, Santa Fe +++ Wetter: 20°C, bewölkt