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28. Tag:  NEWPORT › JAMAICA PLAIN › CAMBRIDGE › BOSTON

Boston ist die letzte Station auf dieser Neuenglandreise. Das Navi sagt eineinhalb Stunden für die 68 Meilen von Newport bis nach Boston voraus. Um nicht in den Berufsverkehr zu geraten, geht es daher rechtzeitig los. Denkste, bereits um 5.00 Uhr ist dichter bis stockender Verkehr entlang der Interstate 24. Um 6.15 Uhr komme ich in Bostons historischen Stadtteil Jamaica Plain an. Ich besuche zuerst Forest Hills Cemetery. Auf dieser Ruhestätte befinden sich viele beeindruckende Monumente, darunter die Bronzeskulptur Milmore Memorial aka „Death and the Sculptor” von Daniel Chester French.

French war einer der berühmtesten amerikanischen Bildhauer des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. French schuf diese Skulptur zum Gedenken an die Bildhauer Martin und James Milmore. Am Fuß des Memorial befindet sich eine Bronzeplatte mit einem Gedicht. Eine Marmorkopie des Milmore Memorial kann man auch im Metropolitan Museum of Art in NYC besichtigen. French’s bekanntestes Werk sollte der USA-Kenner kennen – die kolossale Marmorstatue von Abraham Lincoln am Lincoln Memorial, Washington, D.C. Wunderschön ist auch das Chadwick Mausoleum aus dem Jahr 1873. Da dieses Grabmal nicht im Plan verzeichnet ist – die Location ist an der Fountain Ave gegenüber Lake Hibiscus.

Der nächste Halt ist ebenfalls eine Ruhestätte. Mount Auburn Cemetery in Cambridge, jener Ort wo die Havard University und das Massachusetts Institute of Technology zu Hause sind. Mount Auburn Cemetery war die erste Landschaftsruhestätte in den Vereinigten Staaten. 1831 in Watertown und Cambridge gegründet, wurde Mount Auburn Cemetery nicht nur als Ruhestätte für die Verstorbenen konzipiert, sondern inmitten einer hügeligen Stadtlandschaft, auch als öffentliche Parkanlage. Sehenswert ist die Bigelow Chapel (1846), sowie die Aussicht vom Washington Tower. Leider liegt eine Dunstglocke über Boston und von der 360° Aussicht sehe ich quasi nichts.

Über 93.000 Personen sind auf Mount Auburn Cemetery bestattet, darunter Persönlichkeiten wie Edwin Booth (Schauspieler), Isabella Stewart Gardener (Kunstsammlerin), Henry Wadsworth Longfellow (Dichter), William T. G. Morton (Erfinder der Narkose), Roger Walcott (Gouverneur von Massachusetts). Ein Vergleich mit Père-Lachaise in Paris ist nicht abwegig, Mount Auburn gehört zu den weltweit schönsten Ruhestätten. Wobei Mount Auburn Cemetery wesentlich größer ist und auch mit dem Auto befahrbar ist.

Frühstück gibt es in Kelly’s Diner. Die tolle Einrichtung täuscht über das mittelmäßige Essen hinweg. Auf dem Weg zum Hotel lege ich noch einen Fotostopp am MIT ein. Das Massachusetts Institute of Technology in Cambridge ist nicht nur eine der weltweit renommiertesten Universitäten, sondern auch ein Traum für Architekturfotografie. Verschiedene Architekturstile des 20. Jahrhundert spiegeln sich im MIT wieder – Brutalismus, Dekonstruktivismus, Moderne und Neoklassizismus.

Sehenswert finde ich das Maclaurin Building, Media Lab, Simmons Hall und natürlich das Stata Center. Das Stata wurde von dem Stararchitekt Frank Gehry entworfen. Ob man Gehrys Architekturstil mag oder nicht, seine extravaganten Bauten erzielen Aufmerksamkeit. Meine Gehry-Favoriten: Guggenheim Museum Bilbao, Walt Disney Concert Hall in Los Angeles, EMP in Seattle und Fondation Louis Vuitton in Paris, Cleveland Clinic Lou Ruvo Center in Las Vegas.

Es ist eine Stop-und-Go-Fahrt bis zum Hotel – aufreibend und nervig. Das Four Seasons und Mandarin Oriental sind meine Lieblingshotels in Boston. Da sich die Ausflüge auf das Hafenviertel und North End beschränken, fällt die Wahl auf das Boston Harbor Hotel am Rowes Wharf Harbor. Vom Hotel sind Downtown Boston, North End und Seaport Square in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Der Check-in geht zügig vonstatten und diverse Päckchen sind auch rechtzeitig angekommen. Das Zimmer in der 10. Etage ist sehr groß, und wie es sich für ein 5-Sterne-Hotel gehört, perfekt ausgestattet.

Kingsize-Bed, zwei 52" Fernseher, Badewanne, begehbare Dusche und getrennte Toilette. Die bis zum Boden reichende Fensterfront bietet die Aussicht auf Boston Harbor. Bei $769 pro Nacht sollte eigentlich das Valet Parking im Preis beinhaltet sein. Weit gefehlt, es werden nochmals $49 berechnet. Das Auto selber parken, macht bei $45 keinen Sinn. Immerhin bekomme ich ein Complimentary Upgrade auf ein Harbor King Superior. Mit der Preferred Hotels & Resort-Mitgliedschaft kann ich die Vorteile von Room Upgrades, Priority early check-in & late check-out, High-Speed Wi-Fi nutzen. Leider sind die teilnehmenden Hotels und Resorts in diesem Hotel-Rewards-Programm begrenzt. Unter den vier 5-Sterne-Hotels in Boston – Boston Harbor Hotel, Four Seasons, Mandarin Oriental, Ritz-Carlton – steht nur das Boston Harbor Hotel zur Auswahl.

Das chinesische Jahreshoroskop 2016 steht unter dem Zeichen des Affen. Ein Dutzend riesige Bronzetierköpfe, die die Zeichen des chinesischen Tierkreises darstellen, sind am Rose Kennedy Greenway zu finden. Die Skulptur „Circle of Animals/Zodiac Heads” stammt von dem zeitgenössischen chinesischen Künstler Ai Weiwei. Vom Boston Harbor Hotel sind es nur ein paar Schritte zum Fan Pier Park, das Herzstück des neuen Hafenviertels Seaport Square. Es ist größte Bauprojekt das jemals in Boston angegangen wurde. Die Fertigstellung wird voraussichtlich 2020 abgeschlossen werden. Entlang des Harborwalk blickt man auf die 1987 erbaute Rowes Wharf bzw. das Boston Harbor Hotel, die Old Northern Avenue Bridge, die beiden Wolkenkratzer One International Place, Two International Place und die Harbor Towers.

Sehr fotogen ist der Rings Fountain in der Abenddämmerung. Vom Christopher Columbus Park hat man einen schönen Ausblick auf Custom Tower House (1915), der erste Wolkenkratzer in Boston. Die Aussicht von der Rooftop Bar Look Out im Envoy Hotel ist fantastisch. Von der Dachterrasse hat man zu Sonnenuntergang eine herrliche Aussicht auf die Piers, Seaport Square und das Institute of Contemporary Art. Leider zieht Nebel auf und kurze Zeit später ist nichts mehr zu sehen, somit fällt das Sunset Shooting aus.

Boston hat eine große Auswahl an Fine Dining Restaurants, vergleichbar nur mit Chicago, New York City, Portland oder San Francisco. Das Boston Magazine veröffentlicht jedes Jahr die Top 50 Restaurants in Boston. Einige Restaurants habe ich schon besucht, andere wecken meine Neugier. Der Besuch eines japanischen Restaurant ist festes Ritual auf meinen USA-Reisen. In einer dunklen Gasse im historischen Leather District verbirgt sich das Restaurant O YA. Ein kleines Schild weist den Weg zu einer unscheinbaren Holztür. Das Restaurant in einer 100 Jahre alten Feuerwehrwache hat 37 Sitzplätze, davon 17 am Chef’s Counter. Mit einer traditionellen Sushi-Bar hat das O Ya wenig gemeinsam. Besitzer und Chef Tim Cushman nimmt die japanische Küche als Basis und verfeinert sie mit feinsten Zutaten aus aller Welt. Restaurantkritiker überhäuften T. Cushman mit höchstem Lob und mittlerweile gehört das O Ya zu den besten, aber auch teuersten Restaurants in den USA.

Der Platz am Chef’s Counter sollte man wenn möglich vorzuziehen. Warum? Sashimi oder Sushi sollte sofort nach der Zubereitung gegessen werden – der Sweet Spot um den leicht gekühlten Fisch und lauwarmen Reis zu genießen. Außerdem kann man die Chefs beim zubereiten der Köstlichkeiten zusehen. Die japanische Küche ist, bis auf wenige Ausnahmen, eine milde Produktküche, deren Hauptaugenmerk auf dem Eigengeschmack der Zutaten liegt und nicht mit anderen Aromen überdeckt wird. Die Unterschiede lassen sich an vielen Details festmachen: die Art und Frische des Fisch, das Messer, die Schnitttechnik und die Zubereitung des Reis. Diese Perfektion der Zubereitung beherrschen nur wenige Sushi-Meister, die zudem auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken können. Die Ausbildung zum Sushi-Koch ist ungewöhnlich lange, bei einem alten Sushi-Meister kann es schon mal über zehn Jahre dauern.

Das O Ya bietet Sashimi à la carte und zwei Tasting Menus an. Wenn man sich auf das Grand Omakase einlässt, wird es ein teurer Abend. Das 20-gängige Menü kostet $285 (zuzüglich Tax u. Service) – wenn man Kobe Beef, White Burgundy Truffle und Sake Pairing zum Menü hinzufügt, verdoppelt sich sogar der Betrag. Der Fisch wird täglich aus Tokio oder von der US-Westküste eingeflogen und höchste Produktqualität hat seinen Preis.

Zum Sake bestelle ich noch weißen Trüffel dazu. Jeder einzelne Gang ist für das Auge kunstvoll arrangiert, fast schon zu schön. Unter den vielen Gängen sticht die Auster, Seeigel und der einzige Fleischgang heraus. Den Abend beende ich mit einem Glas Hideyoshi "La Chamte" Sake. Der Rechnungsbetrag von über $500 ist heftig, aber das Grand Omakase war es wert. An dieses hervorragende Dinner werde ich mich noch lange erinnern. Wenn ich etwas kritisieren muss, dann allenfalls kleinere Unaufmerksamkeiten im Service.


Strecke: 91 Meilen +++ Unterkunft: Boston Harbor Hotel, Boston +++ Wetter: 21° C, Morgen u. Abendnebel, bedeckt


29. Tag:  BOSTON

Das erste Mal, dass ich verschlafen habe. In Windeseile in die Klamotten schlüpfen, den Mietwagen bringen lassen und ab zum Boston Navy Shipyard. Jene Location, wo die berühmte Fregatte USS Constitution vor Anker liegt. Von dort aus blickt man auf die Skyline von Downtown Boston und North End. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Häuserfront in warmes Licht. Der nächste Fotostopp ist an der Tobin Memorial Bridge (ehem. Mystic River Bridge), welche Charlestown mit Chelsea verbindet. Mit einer Länge von über zwei Meilen ist es die zweitlängste Brücke in Neuengland. Ein guter Platz zum fotografieren ist vom Mary O’Malley Waterfront Park am Nordende der Brücke. Für die drei Meilen zurück zum Hotel brauche ich eine halbe Stunde im morgendlichen Berufsverkehr. Ob ich mir das morgen noch mal antue?

Den Vor- und Nachmittag werde ich im North End aka „Boston’s Little Italy” verbringen. Die schön herausgeputzten alten Häuser am North Square und Prince/Salem Street gefallen. Die alten Häuserfassaden mit ihren Feuertreppen sind sehr fotogen. Sehenswert ist auch „Copp’s Hill Burying Ground” – 1659 gegründet, ist es der zweitälteste Friedhof in Boston, und die drittletzte Station des Freedom Trail. Der älteste Friedhof ist King’s Chapel Burying Ground aus dem Jahr 1630. Ansonsten ist in dem Viertel untertags nicht besonders viel los. Erst am Abend erwacht „Little Italy” richtig zum Leben, dann füllen sich die unzähligen Cafés, Bars und Restaurants. Wer auf süße Sachen steht, eine Bostoner Institution ist Mike’s Pastry (300 Hanover St). Wer es eher deftig mag, leckere Sandwiches gibt es bei Pauli’s (65 Salem St). Kaffeesüchtige sollten Caffé Vittoria (Bostons ältestes italienische Café) oder Thinking Cup besuchen. Alle genannten Locations befinden sich im Umkreis von 300 m, sodass man quasi von einer Tür in die nächste stolpert. Mittlerweile wird es richtig heiß. Die Sonne heizt Boston auf 25° C auf und in der Sonne fühlt es sich wie jenseits der 30° C Marke an.

Das Union Oyster House ist das älteste amerikanische Restaurant, aber auch eine Touristenfalle. Wer gutes Seafood wirklich schätzt, sollte sich lieber ein anderes Restaurant suchen. Meine Wahl fällt auf das NEPTUNE OYSTER in der 63 Salem St. Bereits 15 Min. vor Öffnung hat sich eine lange Schlange vor dem mit Rollläden geschlossenen Restaurant gebildet. Ich nehme Platz am Ende der Bar und studiere die übersichtliche Speisekarte.

Die kleine übersichtliche Karte bietet Austern von der Ost- und Westküste, Krustentiere, Muscheln und Fisch. Ich könnte die Karte von oben nach unten bestellen, beschränke mich aber auf Tartar, Chowder und Fisch. Ich habe mehrmals Tuna Tatare gegessen, aber das ist Spitzenklasse. Der Fisch überzeugt ebenso, während ich die Chowder von der Konsistenz zu flüssig ist. Das Restaurant hat nur 22 Sitzplätze und 15 Plätze an der Bar – da heißt es entweder früh kommen oder sich in die Schlange stellen.

Wenn man im Neptune Oyster keinen Platz findet, drei Mal so viel Plätze hat die Island Creek Oyster Bar im Back-Bay-Viertel. Island Creek Oyster Bar und Neptune Oyster wurden zum wiederholten male zu Bostons bester Seafood-Bar gewählt. Außerhalb von Boston hat sich eine kulinarische Szene in den Vororten etabliert. Aden & Harlow, Bergamot, Craigie on Main, Giulia, Oleana, Sarma – um nur einige vorzügliche Restaurants aufzuzählen.

Am letzten Abend in Boston gibt es noch das kulinarische Highlight. Der Weg führt mich in den Vorort Somerville. Vor dem Dinner besuche ich die Aeronaut Brewery, Brooklyn Boulders Somerville und Somerville Chocolate, die sich wie das Restaurant in einem Gebäudekomplex befinden. TASTING COUNTER wird von Chef Peter Ungár und seiner Frau Ginhee geleitet. Peter Ungárs Weg zu einem eigenen Restaurant führte über das Aujourd'hui im Four Seasons Boston und die beiden Sterne-Restaurants Le Grand Véfour und Le Célafon in Paris. Das Ticket-Konzept „Leave your wallet at home” bricht mit Gewohnheiten. Man reserviert nicht wie sonst üblich einen Tisch, sondern man kauft ein Ticket. Das All-Inklusive-Ticket bezieht man über das Online-Reservierungssystem des Restaurant.

Der Preis von $165 (Mi/Do) bzw. $185 (Fr/Sa) beinhaltet das 9-gängige Tasting Menu, alle Getränke, Tax und Service. Zu jedem der einzelnen neun Gänge und drei Zwischengänge wird der passende Wein, Bier, Sake oder ein alkoholfreies Getränk serviert. Wenn man das Gesamtpaket sieht, ein günstiger Einstieg in die Haute Cuisine. Erscheint man nicht, aus welchen Gründen auch immer, dann ist der Betrag leider verloren. Da ich nicht sicher wusste, ob es mit einem Ticket klappt, wurde mir auf e-Mail-Anfrage das Ticket beiseite gelegt. Ein toller Service. Im nur zwanzig Sitzplätze fassenden Restaurant sitzen die Gäste um einen Küchenblock herum und können die vier Köche direkt auf die Finger sehen. Trotz intimer Enge, ein schönes Ambiente. Die Plätze werden pro Abend nicht mehrfach vergeben – es gibt nur eine einzige Besetzung ab 20.00 Uhr. Auch heute Abend ist das Tasting Counter ausgebucht.

Jeder einzelne Gang wird wie ein kleines Kunstwerk zubereitet. Einerseits ist es interessant das Zubereiten der Speisen zu beobachten, andererseits ist es auch hektisch. Was ich etwas nervig finde, sind die langatmigen Erklärungen zu den einzelnen Gänge. Nicht nur die einzelnen Zutaten werden erklärt, sondern auch wie sie zubereitet werden. Peter Ungárs Kreationen hinterlassen ein wohliges Gefühl von Zufriedenheit, wie ich sie nicht oft in Gourmet-Restaurants erlebe. Das Tasting Counter ist definitiv 2-Sterne-Niveau. Das ich mir am letzten Abend noch ein $30-Ticket einhandle, hätte aber nicht sein müssen.


Strecke: 12 Meilen +++ Unterkunft: Boston Harbor Hotel, Boston +++ Wetter: 25° C, heiter


30./31. Tag:  BOSTON › ZÜRICH › NÜRNBERG

Da der Rückflug erst um 21.45 Uhr startet, kann ich bis zum Abend noch einiges unternehmen. Vor Sonnenaufgang bin ich in East Boston. Vom LoPresti Park und Piers Park hat man eine herrliche Aussicht auf die Skyline von Boston und Leonard P. Zakim Bunker Hill Memorial Bridge. Anschließend gebe ich den Mietwagen ab. Rückgabe deswegen, weil ich die Abgabezeit um mehr als zwei Stunden überziehen müsste und dann eine Gebühr fällig ist. Der Check-out muss erst um 13.00 Uhr erfolgen und da sich die Mietwagenstation direkt neben dem New England Aquarium befindet, führt mich der Weg dorthin. Zum Frühstück gehe ich ins Rowes Wharf Sea Grille. Den Vormittag verbringe ich im New England Aquarium. Besonders die Pinguine und der mehrstöckige Ozeantank mit seinen unzähligen Fischarten gefallen.

Nachdem Check-out schlendere ich die letzten Stunden durch den Financial District, über Boston Common bis Back Bay und wieder zurück. Die Squirrels im Boston Common sind so an Menschen gewöhnt, dass sie sich direkt aus der Hand mit Erdnüssen füttern lassen. Die Brutalismus-Architektur der Boston City Hall will so gar nicht zur Umgebung passen. Ich finde den Gebäudekomplex einfach nur hässlich. Meine kulinarische Reise endet im WHEELHOUSE, die vielleicht beste Burger-Adresse in Downtown. Ein Burger nennt sich „Boom goes the Dynamite” (No refunds for being too spicy). Originell! Ich halte mich lieber an die Hausmarke... Burger, American Cheese, B&B Pickles and House Sauce. Der Burger schmeckt lecker, aber im Worthy Burger in Vermont hat es doch besser geschmeckt. Nach einem Spaziergang ins Back-Bay-Viertel mache ich mich wieder auf dem Weg zurück ins Boston Harbor Hotel.

Dunkle Regenwolken ziehen über Boston auf und es stürmt. Es ist bereits kurz vor 19.00 Uhr, Zeit das Gepäck abzuholen. Am Pier vom Boston Harbor Hotel wartet bereits das Wassertaxi – nur acht Minuten dauert die Überfahrt bis zum Boston Logan International Airport. Man erspart sich den Stau zur Rush Hour und günstiger als eine Taxifahrt ist es auch noch. Vom Water-Taxi-Pier muss ich dafür noch den Shuttle-Bus zum International Terminal E nehmen. So spät war ich noch nie dran, aber das hässliche Flughafeninterieur lädt auch nicht zum verweilen ein. Bei der Gepäckaufgabe gibt es Probleme. Der Fotorucksack wiegt mit Laptop und iPad über 16 kg. Nach einem Hin und Her kommt das Laptop und iPad ins zweite Handgepäck, dass ich wegen Bierdosen sowieso aufgeben muss. Die Waage zeigt immer noch 12 kg an, aber das Personal zeigt Erbarmen und winkt durch.

Planmäßig um 21.45 startet der Airbus A330-300 nach Zürich. Das Abendessen lasse ich ausfallen und lege mich sofort schlafen. Die enge Ausbuchtung ist für breitschultrige oder übergewichtige Personen in Schlafposition absolut nicht geeignet. Immerhin kann ich fünf Stunden bis zum Frühstück schlafen. Nach 6.45 Stunden landet der Airbus um 10.45 Uhr in Zürich. Bis zum Heimflug nach Nürnberg ergänze ich die letzten Zeilen zu diesem Reisebericht und lasse die vergangenen 29 Tage nochmals Revue passieren. Es war die bisher schönste USA-Tour und eine interessante Zeitreise in die amerikanische Geschichte. Der bezaubernde Charme von Vermont hat schöne Erinnerungen hinterlassen. Noch ein 45-minütiger Flug und dann bin ich wieder zu Hause. Auf den nächsten zwei Seiten gibt es noch „Best of New England”: die schönsten Fotospots, Orte, Scenic Drives, Back Roads, Covered Bridges entlang der Route, sowie das Ranking der Restaurants und Unterkünfte.


Strecke: 6 Meilen +++ Wetter: 15° C, stark bewölkt