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13. Tag:  STOWE › JERICHO › WINOOSKI › BURLINGTON

Heute geht es zum Lake Champlain, die westlichste Station auf dieser Rundreise. Zum wach werden gibt es Kaffee an der Tankstelle in Waterbury. Anschließend fahre ich nach Jericho. Die Chittenden Mills aka Old Red Mill am Browns River ist das schönste Fotomotiv im Ort. Die Getreidemühle (1885) ist das Wahrzeichen und zugleich Sitz der Jericho Historical Society. Auf Grund der Lage fotografiert man die Mühle am besten kurz nach Sonnenaufgang.

Sehenswert ist auch die West Monitor Barn, zwei Meilen östlich von Richmond. Ein paar Infos dazu: Im Jahr 1901 errichtete die Familie Whitecomb die East Monitor Barn, zwei Jahre später die West Monitor Barn. Die zweite Farm war ein Drittel kleiner als die Erste, aber mit einer Fläche von 1100 m² und 25 m Höhe immer noch ein imposantes Bauwerk. In jener Zeit, wo ein Farmer durchschnittlich acht Kühe besaß, hatten die Whitecomb’s Hunderte von Kühen. In der West Monitor Barn wurden über 175 Kühe dreimal am Tag gemolken. Im Laufe der Dekaden verfiel die Scheune und wurde schließlich 2004 neu aufgebaut. Etwa 40% der Hölzer stammen noch vom ursprünglichen Gebäude, der Rest wurde exakt nachgebaut. Heute ist die Farm das zu Hause vom Vermont Youth Conservation Corps. Die West Monitor Barn bietet Platz für 200 Personen und wird u.a. für Hochzeiten vermietet – bei $6000 Tagesmiete kein billiges Vergnügen.

Ich fahre zuerst zur Autoverleihstation am Burlington International Airport. Ich stelle den Wagen auf dem Parkdeck ab und gehe zur Verleihstation im Terminal. Zuerst gibt es die schlechte Nachricht, alle SUVs sind ausgebucht. Das einzige Auto, dass mir der Manager anbieten kann, ist ein KIA Sedona LX. Wow, was soll ich mit diesem Schlachtschiff? Da das Risiko zu groß ist, eventuell von der Polizei angehalten zu werden, nehme ich gezwungenermaßen das kostenlose Upgrade an. Die Formalitäten des Austauschs sind innerhalb Sekunden erledigt. Zurück auf dem Parkdeck übergibt mir der Manager den KIA mit 6350 Meilen auf dem Tacho. Ich räume das Gepäck um und mache mich mit dem Fahrzeug vertraut. Ein weiteres Malheur wird mir dank Rückfahrtkamera wohl erspart bleiben. Die schlimmsten Back Roads habe ich schon hinter mir – was jetzt noch an Dirt Roads kommt, schafft der KIA auch.

In Burlington Innenstadt angekommen, gehe ich im Penny Cluse Cafe frühstücken. Das Café ist nur wenige Schritte von Church Street Marketplace entfernt. Das Café ist die (!) Breakfast-Location in Burlington. Was das Café so einzigartig macht? Die ungewöhnlichen Gerichte, wie Gingerbread Pancakes, Polenta, Tofu Scram und natürlich die einzigartige Atmosphäre. Auf Lebkuchen habe ich aber keinen Appetit. Es gibt Tofu Scram mit Peanut-Ginger-Pesto, Homefries & Grilled Baguette, sowie Joghurt & Granola. Die Portionen sind groß und es schmeckt auch sehr lecker. Das Penny Cluse Cafe ist besonders unter den Einheimischen sehr beliebt. Daher entweder früh kommen oder sich auf längere Wartezeiten einstellen.

Ich werde im Hotel Vermont in Downtown Burlington übernachten. Das 2013 neu erbaute Hotel hat 125 Zimmer mit Aussicht auf Waterfront Park und Lake Champlain. Viel Holz wurde im Hotel verbaut, aber den Charme eines New England Inn bietet das Hotel Vermont nicht. Was mir sehr gut gefällt, dass auf jeder der fünf Etagen Kaffee, Kuchen, Snacks zur Verfügung stehen und man muss nicht in die Lobby und sich dort den Kaffee frisch brühen. Auf dem Zimmer ist es ruhig, trotz Innenstadtlage. Witzig finde ich das „schwebende” Bett mit Beleuchtung von unten. Ich muss keinen Parkplatz suchen und erreiche viele Locations zu Fuß. Kurze Wege sind eben doch bequemer. Das Wifi ist so was von ultraschnell, dass ich nur staunen kann.

Burlington hat über 42.000 Einwohner und ist die größte Stadt in Vermont. In Burlingtons Innenstadt gibt es noch viele gut erhaltene historische Gebäude, u.a. im Battery Street Historic District, City Hall Park Historic District, Church Street Historic District und Pear Street Historic District. Das Richardson Place (1895) mit den markanten Türmen war einst das größte Kaufhaus in Burlington, ebenso imposant ist der Masonic Temple (1898) daneben. Ein sehenswertes Mural liegt in einer Seitenstraße der Church Street. „Everyone Loves A Parade” ist ein 38 m langes, knapp 5 m hohes Wandgemälde und zeigt 400 Jahre Geschichte von Burlington und Vermont. Gemalt wurde es von dem kanadischen Künstler Pierre Hardy.

Wenn ich mir die Liste berühmter Söhne/Töchter aus Burlington so ansehe, bleibt ein Name hängen: der von Serienmörder Ted Bundy. Vermont hat nicht nur die meisten Brauereien, die meisten Covered Bridges, sondern laut FBI Crime Report 2015 auch die niedrigste Kriminalitätsrate aller US-Staaten. Die zwei Tage am Lake Champlain wollen sinnvoll ausgefüllt sein. Die Fußgängerzone bzw. Einkaufsstraße Church Street Marketplace ist mittags und am Wochenende von Einheimischen und Touristen überlaufen.

Ich verbringe stattdessen bei regnerischen Wetter den Nachmittag in Winooski. Einst lebte hier der Abenaki Stamm am Ufer eines Wasserfalls im Flusstal, dass sie „Winoskitegw” nannten – was „Land der Wilden Zwiebel” bedeutet. Noch heute trägt die Gemeinde den Namen Winooski, daher auch der Spitzname „Onion City.” Die heute 7.500 Einwohner zählende Kleinstadt war einst das Zentrum der Wollverarbeitung in Vermont. Die Burlington Woolen Mill (1837) war die Erste von fünf Mühlen, die entlang des Nord- und Südufer am Winooski River errichtet wurde. Die Schließung der letzten Mühle 1954 läutete den Absturz von Winooski ein. Mit Hilfe einiger Modernisierungsprojekte, günstigen Mieten und Wohnungen wurden Studenten, Familien und junge Paare angelockt und das hat dazu beigetragen, dass die Stadt wieder zum Leben erweckt wurde. Im Winooski Falls Mill Historic District kann man sich die Überbleibsel der historischen Mühlen ansehen. Hier verläuft auch der 0,6 Meilen lange Winooski River Walk. Entlang des Champlain Mill Path hat man eine schöne Aussicht auf die Champlain Mill, Woolen Mill und Timber Dam. Vom River Walk sind es nur wenige Schritte bis hin zur Mule Bar. Laut BeerAdvocate und Ratebeer eine der besten Taprooms in Vermont.

Vom Hotel Vermont sind es nur paar Minuten zu Fuß zum Lake Champlain. Ich verbringe den Spätnachmittag am Perkins Pier. Hier ist es viel ruhiger als am Waterfront Park und der Yachthafen bietet viele schöne Fotomotive. Plötzlich öffnet sich ein Loch im düsteren Himmel und die Sonne erleuchtet die Adirondacks am Westufer des Lake Champlain. Es ist ein grandioses Schauspiel und nach einer halben Stunde schließt sich die Wolkendecke wieder.

Zum Abendessen gehe ich in das Restaurant HEN OF THE WOOD. Im Gegensatz zum Original in Waterbury ist das Restaurant, direkt neben dem Hotel Vermont, moderner eingerichtet und bietet die Möglichkeit am Counter oder Bar zu sitzen. Die verschachtelte Decke ist ein Eye-Catcher. Viel Holz und warme Farben sorgen für ein wohliges Ambiente. Ich bestelle drei Vorspeisen, einen Hauptgang und ein Dessert. Qualitätsunterschiede zwischen beiden Restaurants kann ich nicht feststellen, aber das Ambiente ist in Burlington angenehmer. Nach einem vorzüglichen Abendessen mit einem süffigen Edward von der Hill Farmstead Brewery verlasse ich kurz vor Mitternacht das Restaurant.


Gefahrene Strecke: 48 Meilen +++ Unterkunft: Hotel Vermont, Burlington +++ Wetter: 16° C, Regenschauer, stark bewölkt


14. Tag:  BURLINGTON › GRAND ISLE › BURLINGTON

Am Morgen schlendere ich durch Burlingtons leere Fußgängerzone. Wobei eine Fußgängerzone, wie man sie aus Deutschland kennt, in den USA nicht gibt. Eine autobefreite Straße ist das Maximum in nordamerikanischen Städten. Besonders unter schwierigen Lichtsituationen zeigt sich die Nikon D5 von ihrer besten Seite. Wo ich früher noch ein Stativ mitschleppen musste, kann ich jetzt beruhigt frei Hand anlegen. Der treffsichere Autofokus in Dunkelheit und die sehr hohe ISO-Empfindlichkeit erleichtern das fotografieren ungemein.

Ich mache einen Ausflug zum nördlichen Teil des Lake Champlain. Der See erstreckt sich auf einer Länge von 125 Meilen und einer Breite von 14 Meilen südlich der kanadischen Grenze und bildet den nördlichen Teil der Grenze zwischen New York und Vermont. Hinzu kommen 80 Inseln, wovon Grand Isle aka South Hero Island die größte Insel ist. In South Hero lege ich auch den ersten Stopp ein und besuche Hackett’s Orchard. Vor dem Verkaufsraum stehen zwei gigantische Kürbisse, einer davon wiegt satte 1114,5 Pfund. Die Apfelbäume sind wie auf einer Schnur aufgereiht, ein schönes Fotomotiv. Die Sorten Honeycrisp und McIntosh schmecken so herrlich fruchtig süß, dass ich mir gleich eine Tüte Äpfel mitnehme.

Die Sandstrände North Beach oder Sand Bar sind in der Hochsaison überlaufen, aber man findet doch das eine oder andere ruhige Plätzchen. Beschaulich ist es im Knight Point State Park auf North Hero Island. Von hier aus ist Montreal nur noch 67 Meilen entfernt. Für kulinarisch verwöhnte Reisende ist Montreal ein Paradies. „Québec’s Metropolis” hat nach New York City die höchste Dichte an Restaurants, Bistros und Cafés in Nordamerika. In der ersten Oktoberwoche ist noch nicht viel vom sonst farbenprächtigen Herbst zu sehen. Die Laubfärbung hat zwar begonnen, aber es wird noch einige Tage dauern bis der Farbenwechsel richtig zur Geltung kommt. Im nordöstlichen Teil von Vermont ist der Peak gewöhnlich Ende September, in der Lake Champlain Region erst in der zweiten Oktoberwoche.

Ein sehenswerte Location ist der Lone Rock am Lone Rock Point. Der einsame Felsen ähnelt Sea Stacks in Oregon und Washington. Der Trail ist zwar leicht zugänglich, aber um an den steinigen Strand zu kommen mit Kletterei verbunden. Beste Zeit zum fotografieren ist zu Sonnenuntergang bei Ebbe. Bei Flut kommt man nicht an den Strand hinunter. Am sichersten und schnellsten geht es mit einem Kajak (Verleih am North Beach) oder wenn Lake Champlain im Winter zugefroren ist. Mit diesen Umständen konfrontiert, nehme ich schnell Abstand davon.

Nach drei trüben Tagen, scheint endlich wieder die Sonne. Für den kleinen Hunger gibt es eine Pizza im AMERICAN FLATBREAD. American Flatbread beziehen die teils biologisch angebauten Zutaten von Anbietern aus der Region, sei es Käse, Gemüse, Kräuter oder Fleisch. Die Pizzas werden in einem handgefertigten Holzofen gebacken. Obwohl Pizza selten auf meinem Speiseplan steht, bin ich angenehm überrascht wie gut diese Pizza ist. Außer in Burlington gibt es American Flatbread noch in Middlebury und Waitsfield. Wer Pizza mag, dürfte hier glücklich nachhause gehen.

Ich verbringe den Nachmittag im North Beach State Park und Oakledge Park. Nur paar Schritte vom Oakledge Park entfernt, trifft man auf The Burlington Earth Clock. Ein Kreis von vierzehn Granitsteine stellt eine Uhr, Kompass und Kalender dar. Die einzelnen Granitsteine wiegen zwischen 3,5 und 20 Tonnen. Im Zentrum des Kreises steht eine Sonnenuhr, auf der man die Zeit ablesen kann. Oakledge Park ist ein landschaftliches Highlight in Burlington. Der 0,3 Meilen lange Küstenabschnitt bietet unzählige Fotomotive. Umso mehr genieße ich den dramatischen Sonnenuntergang. Zwischen dunkelgraue Wolken, färbt sich der Himmel in orange-, rot-, pinkfarbige Töne.

Zum Abendessen gehe ich ins REVOLUTION KITCHEN. Das kleine Restaurant bietet eine Auswahl an feinen Speisen für Liebhaber der veganen oder vegetarischen Küche. Es ist angenehm warm, dass ich sogar draußen sitzen kann. Als Durstlöscher gibt es zuerst ein Sip of Sunshine von Lawson’s Finest. Die dreigängige Auswahl schmeckt gut, wenn auch das Hauptgericht eine Spur zu scharf ist. Ich schätze Restaurants, wo es auch für den kleinen Geldbeutel exquisite Küche gibt. Das Revolution Kitchen gehört definitiv dazu und ist für den fleischlosen Genuss sehr empfehlenswert.

Nach einem Spaziergang durch die fast leergefegten Straßen von Burlington zurück zum Hotel, habe ich keine Lust den restlichen Abend auf dem Hotelzimmer zu verbringen. Stattdessen gehe ich nochmals ins HEN OF THE WOOD. Selbst eine Stunde vor Mitternacht ist das Restaurant noch gut gefüllt. Ich setze mich an die Bar und lasse den Abend mit einem Drink und Imbiss ausklingen. Das sehr gute Essen und die schöne Atmosphäre werde ich vermissen.


Strecke: 58 Meilen +++ Unterkunft: Hotel Vermont, Burlington +++ Wetter: 21° C, bewölkt


15. Tag:   BURLINGTON › SHELBURNE FARMS › VERGENNES › MIDDLEBURY

Die dritte Reisewoche bricht an. Von Burlington bis zum Tagesziel Middlebury sind es zwar nur 50 Meilen, aber bei zwei längeren Fotostopps entlang des Lake Champlain Byway ist das genug. Eine Top-Foto-Location zu Sonnenaufgang ist der Lake Champlain Yacht Club. Bei der Weiterfahrt fotografiere ich von der Straße die Wolkenspiele zu Sonnenaufgang. Quasi um die Ecke liegt Shelburne Farms. Das Inn at Shelburne Farm, ein 1902 im Tudorstil erbautes herrschaftliches Anwesen, liegt eingebettet in der hügeligen Landschaft am Ufer des Lake Champlain. Auf dem Gelände befindet sich außerdem die Farm Barn und Coach Barn, letztere wird oft von Hochzeitsgesellschaften gebucht. Vom Lone Tree Hill hat man eine schöne Aussicht auf die Wiesen, Wälder, Lake Champlain und die Adirondacks.

Im RUSTIC ROOTS „A Craft Eatery” gehe ich zum frühstücken. Von außen schaut das Restaurant nicht einladend aus. Spontan wäre ich sicherlich daran vorbeigefahren, aber die gute Presse hat mich vom Gegenteil überzeugt. Das Ambiente ist rustikal und urig. Ich bestelle das Rustic Breakfast... Eggs, Coffee Maple Sausage, Canadian Ham & Popover. Das Frühstück ist gut, hier kann man gut und preiswert speisen. Elf Meilen südlich von Shelburne Farms befindet sich der Mount Philo State Park. Von der Mount Philo Rd führt eine schmale 1,2 Meilen lange Einbahnstraße hinauf zu einem Parkplatz. Von oben hat man eine schöne Aussicht auf das Lake Champlain Valley und die Adirondacks. Es ist sicherlich eine schöne Location zu Sonnenuntergang, aber am Vormittag taugen die Bilder allenfalls zur Dokumentation.

Das Addison County im südlichen Champlain Valley ist Vermonts „Milchkammer.” Leider mit dem bekannten Negativeffekt. Die ansässigen großen Milchbetriebe sorgen mit Milchschwemme und niedrigen Preisen, dass viele kleine Farmen in Vermont um ihre Existenz kämpfen müssen. Ich sehe unzählige Farmen mit ihren Silotürmen und auch viele die heruntergekommen sind. Der Lake Champlain Byway verlässt kurz vor Vergennes die US-7 und führt über die Route 22A und Route 16 W bis zum Chimney Point an die Grenze von New York. Vergennes ist ein geschichtsträchtiger Ort. Benannt nach dem Franzosen Charles Gravier, Comte de Vergennes, der die Rebellen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg unterstützte. Vergennes, 1788 gegründet, ist der älteste Ort in Vermont, die drittälteste Stadt in Neuengland und mit 2.741 Einwohnern (Stand: 2013) die kleinste Stadt in den Vereinigten Staaten.

Die drei Blocks entlang der Main St sind geschmückt mit restaurierten viktorianischen Gebäuden. Die Aussicht auf die Otter Creek Falls inmitten Vergennes lohnt sich dagegen nicht. Nicht alle Sehenswürdigkeiten liegen in der Innenstadt. Am nordöstlichen Ende, in der Nähe der US-7, befindet sich das Kennedy Brothers Gebäude. In dem Backsteinlabyrinth befand sich einst eine Molkerei und später eine Holzfabrik – heute ist es ein Sammelsurium von Geschäften. Am südwestlichen Stadtrand liegt das Strong House Inn, ein viktorianisches Haus aus dem Jahr 1834. Die sumpfigen Lowlands beginnen fünf Meilen südlich von Vergennes und sind Teil der Dead Creek Wildlife Management Area.

Ein nettes Fotomotiv ist die Kyart Farm an der Maple Street, südlich von Waltham. Die Farm mit ihren vier markanten Silotürmen erkennt man bereits von weitem. Von der Straße blickt man auf Snake Mountain aka Grand View Mountain. Ein 2,2 Meilen langer Hike führt hinauf zum höchsten Berg im Addison County. Den Umweg zur Halpin Covered Bridge nordöstlich von Middlebury erspare ich mir und fahre die letzten paar Meilen zum Zielort Middlebury.

In Middlebury angekommen, checke ich im Swift House Inn ein. Etwas Geschichte dazu: Das Hauptgebäude stammt aus dem Jahr 1814 und war das Zuhause der Familien Swift und Stewart von 1815 bis 1981. Samuel Swift war Richter am Bezirksgericht und John Stewart war Gouverneur von Vermont. 1981 wurde das Anwesen verkauft und ist seitdem ein Bed and Breakfast. Wenn man Sandwiches mag, unbedingt in Costello’s Market reinschauen. Laut Yankee Magazine „The Best Sub Stop in New England.” Ob das nun zutrifft oder nicht, darf jeder selbst ausprobieren. Nur ein paar Schritte von Costello's Market entfernt, kann man einen Blick auf die Middlebury Falls über dem Otter Creek werfen. Beste Position ist direkt am Parkplatz im Marble Worte Business District – bestes Licht zum fotografieren ist kurz nach Sonnenuntergang. Ebenfalls sehenswert ist die Congregational Church, sowie die Mead Memorial Chapel und Davis Family Library auf dem Campus des Middlebury College.

Middlebury ist nicht gerade gesegnet mit gehobener Gastronomie. Nach meiner Recherche stehen zur Auswahl nur American Flatbread, Jessica’s und Storm Cafe. Ich entscheide mich für den kürzesten Weg. Das Restaurant JESSICA'S ist im Swift House Inn zu finden und bietet Classic American. Heute probiere ich Zero Gravity’s Conehead. Das IPA ist fein, hält aber den Vergleich mit einem Topper Heady (The Alchemist) oder Edward (Hill Farmstead) nicht stand.


Strecke: 53 Meilen +++ Unterkunft: Swift House Inn, Middlebury +++ Wetter: 22° C, leicht bewölkt